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Engagementwerkstatt: Andrea Brandt & Markus Runge nachgefragt zu Freiwilligem Engagement, Freiwilligendiensten und freiwilliger Arbeit

André Vollrath hat diesmal mit Andrea Brandt, Leiterin der FreiwilligenAgentur KreuzbergFriedrichshain, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Berlin (LAGFA) und Markus Runge, Mitarbeiter des Nachbarschaftshauses Urbanstraße, Lehrbeauftragter an der Evangelischen Hochschule Berlin über die Freiwilligendienste aller Generationen, deren Zusammenhänge sowie deren Umsetzung in Berlin gesprochen:

Irgendwann muss es von Seiten der Politik zu einer grundlegenden Aufwertung freiwilliger Arbeit kommen.

„[…] gut, dass die Freiwilligendienste aller Generationen eine Ergänzung sind. Neben verschiedenen bestehenden Formen Freiwilligen Engagements gibt es jetzt eine mehr, einen weiteren Baustein, der irgendwo mittendrin liegt zwischen Freiwilligem Sozialen und Ökologischem Jahr, die eine längere Verpflichtung bedeuten, und einem Freiwilligen Engagement, das ganz ohne zeitliche Begrenzung auskommen kann […].“

„[…] gibt es eine im Programm angelegte Hürde, die häufig verhindert, dass sich Menschen auf einen Freiwilligendienst aller Generationen einlassen: Den Dienstcharakter und die zeitliche Verpflichtung von acht Stunden pro Woche empfinden viele als zu umfassend und zu unflexibel. Ich stelle immer wieder fest, dass Menschen, die zu uns in die Beratung kommen, nicht über einen längeren Zeitraum planen können und flexibel bleiben möchten bzw. müssen […].“

„[…] das Format ist vor allem für Menschen interessant, die gerade in einer Phase der Neuorientierung stecken, die Zeit haben, die diese Phase für zusätzliche Bildung nutzen möchten und sagen: Das mache ich jetzt mal ein halbes Jahr lang und nehme das Bildungsangebot wahr, weil ich dadurch meine sozialen Kompetenzen auf- bzw. ausbauen kann. […] Für solche Menschen könnte das Programm Sinn machen, aber wie gesagt: Menschen, die zu uns kommen, fühlen sich oft von der Acht-Stunden-Vorgabe abgeschreckt […].“

„[…] in Berlin noch besser kommuniziert werden könnte. Es wäre zum Beispiel zu überlegen, ob die Auswahl der dezentralen Anlaufstellen tatsächlich die Richtige ist. Momentan sind diese dezentralen Anlaufstellen Nachbarschaftseinrichtungen, Selbsthilfekontaktstellen und Freiwilligenagenturen, Freiwilligenagenturen aber eher als Ausnahme. Das ist ein Problem. Ich halte Freiwilligenagenturen für die geeigneteren Anlaufstellen, weil sie in einer unheimlichen Breite Freiwilliges Engagement vermitteln und bezirklich relativ gut Bescheid wissen. […] Nichtsdestotrotz ist es natürlich gut, wenn viele offene Treffpunkte im Stadtteil oder im Bezirk […] über die Freiwilligendienste aller Generationen informiert sind und Beratungen zu diesem Dienst anbieten können. Ich würde das, so gesehen, nicht auf eine Anlaufstelle pro Bezirk beschränken.“

„[…] wundert es mich auch, dass es nach meinen Recherchen keine Einsatzstellen der Freiwilligendienste aller Generationen innerhalb der Bezirksämter gibt. […] Hier sehe ich viel Entwicklungspotential, das neue Freiwilligendienstformat bekannter zu machen und auf breiterer Basis in den Bezirken zu verankern.“

„[…] stärker am Aufbau einer Infrastruktur für Freiwilliges Engagement zu arbeiten, die Menschen bei ihren Bedürfnissen abholt. Es braucht innerhalb von Organisationen Ressourcen, um Menschen wirklich in ihrem Engagement zu begleiten […] In diesem Sinne käme es darauf an, Freiwilligenarbeit als Teil der Personalentwicklung zu begreifen […].“

„Das Schaffen eines an den Bedürfnissen von Freiwilligen ausgerichteten Angebotes ist immer noch zu sehr eine Zusatzaufgabe, die von Hauptamtlichen übernommen wird, die dafür häufig weder eine Ausbildung noch ein Zeitbudget haben, genauso wie die Freiwilligendienste aller Generationen mit ihrer geringen finanziellen Ausstattung eine Zusatzaufgabe sind. Ich frage mich, wie lange wir uns weiter in Zusätzen bewegen wollen, anstatt in sozial und fachlich qualifizierte BeraterInnen und BegleiterInnen zu investieren.“

„Irgendwann muss es von Seiten der Politik zu einer grundlegenden Aufwertung freiwilliger Arbeit kommen, muss die Akzeptanz steigen, dass sie ein wichtiger Teil gesellschaftlicher Arbeit ist, ohne den vieles nicht funktionieren würde und der auch nicht umsonst zu haben ist. Am Ende geht es also um eine andere Wahrnehmung und Wertschätzung von Arbeit und unterschiedlichen Formen von Arbeit.“

„[…] und das taucht auch immer wieder in den Diskussionen auf –, dass solche Programme wie die Freiwilligendienste aller Generationen – nennen wir sie Modellprogramme oder Nicht-Modellprogramme – wie eine Sau durchs Dorf getrieben werden und alle springen darauf auf, solange es die Förderung gibt. Wichtiger wäre mir eine Engagementpolitik, welche die Finanzierung einer Basis der Beratung und Begleitung und auch Qualifizierung Freiwilligen Engagements in der Breite sicherstellt. Es macht längerfristig keinen Sinn, immer wieder etwas Neues drauf zusetzen, was zeitlich begrenzt ist und danach wieder in Frage gestellt wird.“

„Gerade die einzelnen Bezirke müssten in einer solchen Förderstruktur besondere Beachtung erfahren. Ich glaube, dass es immer noch sehr zufällig ist, welchen Zugang Menschen, die sich engagieren möchten, in ihrem Wohnbezirk zu den Engagementmöglichkeiten dort finden – je nachdem, ob es dort überhaupt eine Freiwilligenagentur gibt, wie diese ausgestattet und wie kompetent sie besetzt ist.“

„Eine grundlegende infrastrukturelle Förderung könnte, würde sie stärker von den Bedürfnissen der Freiwilligen ausgehen, mehr Übersicht in die Engagementlandschaft bringen und viele brachliegende Potentiale erschließen. Der Politik scheint immer noch nicht bewusst zu sein, dass das Geld, das sie in eine solche Struktur investieren würde, tausendfach durch die Leistungen freiwilliger Arbeit zurückkäme – ganz zu schweigen von dem sozialen Zusammenhalt, den sie schaffen würde.“

Das ganze Gespräch lesen Engagementwerkstatt Berlin: Nachgefragt :: Nr. 3 | 0,23 MB


-jor.

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