Engagementwerkstatt Berlin - Das Projekt

Aus Wissensspeicher

Wechseln zu: Navigation, Suche

DAS PROJEKT

einer Engagementwerkstatt ist 2008 als Antwort auf neue Herausforderungen Bürgerschaftlichen Engagements in einer sich entwickelnden ServiceStadt Berlin entstanden. Gesellschaftliche Entwicklungen - der demografische Wandel, die mangelnde Integration verschiedener Bevölkerungsgruppen, ein selektives Bildungssystem, Erwerbslosigkeit, mangelnde Inklusion von Menschen mit Behinderungen, Forderungen nach mehr demokratischer Teilhabe, um nur einige der Stichworte zu nennen, sie drängten im Zusammenhang verstärkt sozialräumlich zu organisierender Leistungsstrukturen kooperativer sozialstaatlicher Wohlfahrtsproduktion auf tragfähige und zukunftsorientrierte Konzepte wie auch neue Modelle freiwilliger und ehrenamtlicher Tätigkeiten: Beispielhafte, innovative Formen metropolitanen Bürgerschaftlichen Engagements sollten in der Engagementwerkstatt als urbanem Dialogforum, in einer umfassend vernetzten Lern- und Wissensbörse gefunden, ausgetauscht, erörtert, bewertet und ihre Verwirklichung angestoßen werden.

Die Engagementwerkstatt sollte im offenen Dialog die Kompetenz der Generationen in Berlin, die vielfältigen Erfahrungen, das reichhaltige Wissen sowie die unterschiedlichen Qualifikationen engagementbereiter Menschen in der Stadt mobilisieren. Sie sollte das Erfahrungswissen Bürgerschaftlichen Engagements in Berlin konstruktiv aufnehmen. Das war und ist noch immer die unerledigte Aufgabe einer Engagementwerkstatt Berlin, die seinerzeit als Leuchtturm im Bundesprogramm "Freiwilligendienste aller Generationen" mittels eines entsprechenden, eng mit "aktiv in Berlin", dem Landesnetzwerk Bürgerengagement abgestimmten Förderantrags[1] des Vereins Die Hilfsbereitschaft e.V. beschleunigt auf den Weg gebracht werden sollte. Daraus ist so nichts geworden.

Im Rahmen der Förderung der schließlich drei in Trägerschaft des Vereins Die Hilfsbereitschaft e.V. bewilligten Berliner Leuchtturmprojekte im Bundesprogramm "Freiwilligendienste aller Generationen" wurde von 2009 bis 2011 nur ein Element, die Entwicklung eines Wissensspeichers "Freiwilligendienste in der Stadt" mit vergleichsweise geringen Mitteln unterstützt. Ohne Einbindung in das lebendige Umfeld einer fordernden und fördernden Engagementwerkstatt, so wie ursprünglich beabsichtigt, entstand so notwendig ein eher isoliertes Dokumentations-Laboratorium, eine gleichwohl nützliche Werkbank für die Organisation und Entwicklung virtueller Informations-, Organisations-, Lern- und Handlungszusammenhänge im Feld Bürgerschaftlichen Engagements. Umzusetzen war und ist das alles unter den Bedingungen knapper Mittel; und zugleich konfrontiert mit technisch immer neuen Möglichkeiten.

Die Konturen und Elemente eines wachsenden Wissensspeichers Freiwillig engagiert in der Stadt waren am Ende der Projektförderung immer klarer erkennbar. Das nun einfach aufzugeben, gleichsam den Weg der allermeisten Projektförderungen zu gehen, Klappe zu, sollte nicht die Lösung sein. In den nächsten Jahren sollte deshalb grundsätzlich, so der Plan, im Rahmen des jeweils Möglichen und Ermöglichten und der verfügbaren Mittel ein sich weiter nach und nach füllender virtueller Wissensspeicher mit fachlichen und aktuellen Informationen zum Bürgerschaftlichen Engagement, zu den vielfältigten freiwilligen und ehrenamtlich Tätigkeiten engagiert gefüllt werden; redaktionell betreut, und mit besonderem Augenmerk auf Berlin und seinem Umland:

Der Wissensspeicher "Freiwillig engagiert in der Stadt" nutzt systematisch die Möglichkeiten des Internets, um die dort irgendwo an der Oberfläche oder in den Tiefen des WorldWide Webs (WWW) lagernden, immer reichhaltigeren aber oft nur schwer zugänglichen Informationen zu erschließen und Wege und Tore zu ihnen zu öffnen, gleichsam Trittsteine zu legen, - angeleitet durch die doppelte Zentrierung auf freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeiten in der Stadt einerseits und das Land Berlin in seinem Umfeld andrerseits. Es versteht sich in diesem Sinne als begleitendes (weiteres) Orientierungs- und Vernetzungsangebot in einer zunehmend vielfältigeren und sich entfaltenden Landschaft Bürgerschaftlichen Engagements nicht nur in Berlin. Die Eigenarten dieser Engagementlandschaften spiegeln sich auch auf den thematisch dem Wissensspeicher verwandten Seiten, Portalen, Foren und anderen Angeboten des weltweiten Internets, in die sich das Angebot mit der ihm eigenen Perspektive ergänzend (und auch vermittelnd) einfügt. Und zugleich ist es der Wissensspeicher der Engagementwerkstatt Berlin - rückgekoppelt an konkrete Bedarfe und nicht abstrakte Zuschreibungen.





Der Wissensspeicher Freiwillig engagiert in der Stadt ist 2009-2011 durch das Pro­gramm Engagement schlägt Brücken - Freiwilligendienste aller Generationen auf den Weg gebracht worden, gefördert von der Initiative "Alter schafft Neues" vom Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgrund eines Be­schlus­ses des Deut­schen Bun­destages; und zwar im Rahmen ei­nes Ko­or­di­na­ti­ons­auf­trags an Die Hilfs­be­reit­schaft e.V. als Träger der Berliner Leucht­turm­pro­jek­te.

Mangels hin- wie ausreichender Unterstützung und Förderung, die ein solches Projekt mit systematischen, um- und erfassend dokumentarischen Anspruch in der Sache wie bei den Mitteln haben müsste, konnte es im eigentlichen Sinne nur ein öffentlich zu­gäng­li­cher Speicher werden (und wird es auch absehbar bleiben). In ihm wird das Wissen ge­sam­melt, das über die Jahre im Projekt der Engagementwerkstatt angefallen ist und weiter anfällt, das für die Engagementwerkstatt noch einmal Bedeutung haben könnte.

Auch hier fuhren schon mal Züge ... - Foto: Frans de Lippe 2010

Das Besondere ist nicht, dass Wis­sen gesammelt wird; mehr oder weniger systematisch gschieht das not­wen­dig in jedem Projekt. Der Un­ter­schied liegt darin, dass es öffentlich verfügbar ge­macht (und gehalten wird), so wie es angefallen ist und weiter an­fällt. Mehr nicht, aber das schon. Und das nach den Regeln der dokumentarischen Künste, pragmatisch an­ge­passt an die je ge­ge­be­nen Mittel und die in der Regel allerdienst eher ambivalenten Chancen des sogenannten digitalen Zeitalters nutzend.

Zunächst durch die Projektförderung enggeführt auf den Aspekt Freiwilligendienste als Wis­sens­speicher Frei­wil­li­gendienste für die Stadt und dann in der Stadt, spiegelt der ak­tu­el­le Namenswechsel nach Be­en­di­gung des Bundesprogramms auch en­ga­ge­ment­po­li­ti­sche Ent­wicklungen und nimmt das ur­sprüng­li­che Kon­zept der seinerzeit als solche nicht förderungswürdig erachteten Engagementwerkstatt wie­der auf.

Für die Werk­statt sind Freiwilligendienste eine wichtige Engagementform - aber sie machen bei wei­tem nicht die ganze Breite freiwilliger und ehrenamtlicher Tätigkeiten in der Stadt aus. Das Bürgerschaftliche En­ga­ge­ment in Berlin ist vielfältiger und bunter. Engagement öffnet Welten - in der Stadt und weit über sie hinaus.

Seit An­fang 2012 wird der Wis­sens­spei­cher nun frei­wil­lig tä­tig fort­ge­führt und öffentlich gehalten in der Hoff­nung auf zu­künf­tig trag­fä­hi­ge Lö­sun­gen für die­ses en­ga­ge­ment­po­li­tisch wie -prak­tisch of­fen­kun­di­ge De­si­de­rat ei­ner je­den En­ga­ge­ment­werk­statt wie auch je­der in­for­mier­ten und sich ih­rer selbst be­wußten En­ga­ge­ment­po­li­tik - einst­wei­len wi­der­stän­dig noch dem schon klas­si­schen "Pro­jekt"schick­sal po­li­tisch ig­no­ran­ter wie bor­niert in­ter­es­sen­ge­lei­te­ter pro­jekt­be­zo­ge­ner En­ga­ge­ment­för­derung hier­zu­lan­de. Al­so im­mer wie­der den Berg hin­auf. Denn be­kannt­lich müs­sen wir "uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen" (Camus).





  1. Vgl. Die Hilfsbereitschaft: Freiwilligendienst aller Generationen. Ideeenwettbewerb zur Auswahl von 30 Leuchtturmprojekten. "Engagementwerkstatt Berlin". August 2008. Ms.


-jor. | Letzte URL-Prüfung: 02.01.2014 | @_1401 N_0909 REV14 TODO

Ansichten
Persönliche Werkzeuge
Engagementförderung
Engagementforschung
Engagementpolitik(en)